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Warum wir bewusst drei Jahrgänge mischen
Die Mischung von drei Jahrgängen ist bei uns seit jeher Grundsatz. Drei- und sechsjährige oder neun- bis zwölfjährige Kinder in der gleichen Gruppe: Das ist kein Zufall, sondern wesentlicher Bestandteil unseres pädagogischen Konzepts — und einer der effektivsten Hebel der Montessori-Pädagogik.
In unseren Gruppen lernen Kinder über drei Jahrgänge hinweg miteinander: Kinderhaus (3–6 Jahre), Unterstufe (6–9 Jahre) und Mittelstufe (9–12 Jahre). Das ist zum geringsten Teil eine organisatorische Frage — es verändert grundlegend, wie gelernt wird.

Erst beobachten – dann Verantwortung übernehmen
Jüngere Kinder beobachten die Älteren, schauen ab, fragen nach. Sie sehen, was bald möglich sein wird — das regt an, inspiriert und weckt eine natürliche Neugier, die kein Lehrbuch ersetzen kann. Ältere Kinder wiederum erklären, helfen, übernehmen Verantwortung. Wer etwas so erklärt, sodass der andere folgen kann, versteht es selbst erst richtig.
Kein Konkurrenzdruck
Diese Vielfalt löst Konkurrenzdruck auf. Die Vergleichsmöglichkeiten mit Gleichaltrigen sind sehr beschränkt. Alle stehen ohnehin an ganz unterschiedlichen Punkten. Stattdessen entstehen Freundschaften über Altersgrenzen hinweg, und jedes Kind findet bei den Älteren Vorbilder und bei den Jüngeren andere Kinder, die seine Unterstützung brauchen.

Über drei Jahre erlebt ein Kind drei verschiedene Rollen: Als jüngeres die Rolle des/der Lernenden, danach die des/der Etablierten bzw. Selbstsicheren und schliesslich, als ältestes, die des/der Verantwortlichen. Diese Rollenwechsel sind eine Schule fürs Leben — und sie ergeben sich auf ganz natürliche Weise, einfach durch das tägliche Zusammensein.