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Wenn Kinder die Welt verhandeln
Als einzige Montessori-Schule der Schweiz nehmen wir an diesem spannenden internationalen Programm teil. Nehmen Sie sich ein wenig Zeit, um hier mehr darüber zu erfahren.
Programm
MMUN (Montessori Model United Nations) ist eine weltweite Simulation der Vereinten Nationen, die speziell für Kinder und Jugendliche im Alter von 9 bis 15 Jahren entwickelt wurde. Hier werden politische Debatten mit den Grundsätzen der Montessori-Pädagogik verbunden.
Konzept: Diplomatie statt Konkurrenz
Während bei traditionellen UN-Simulationen oft das rhetorische Kräftemessen und das „Gewinnen“ einer Debatte im Vordergrund stehen, verfolgt MMUN einen völlig anderen Ansatz:
- Konsens statt Mehrheitsbeschluss — Die Teilnehmenden lernen, dass echte globale Probleme nicht gelöst werden, indem man eine Minderheit überstimmt. Das Ziel ist es, Resolutionen zu verfassen, denen alle Delegierten zustimmen können.
- Kooperation statt Konkurrenz — Es gibt keine Preise für den „besten Redner“. Der Erfolg misst sich daran, wie gut es einer Gruppe gelingt, Kompromisse zu schliessen und Brücken zu bauen.
- Empathie und Perspektivenwechsel — Die Jugendlichen (Delegierten) vertreten ein ihnen zugewiesenes Land. Dadurch lernen sie, die Welt aus den Augen einer anderen Kultur oder Nation zu sehen – oft mit völlig anderen wirtschaftlichen und sozialen Voraussetzungen.
Der Ablauf: Von der Recherche zur Konferenz nach Rom
Die Reise zu einer MMUN-Konferenz ist ein monatelanger, intensiver Lernprozess, der sich meist in drei Phasen unterteilt:
Die Vorbereitung (in der Schule)
Die Jugendlichen arbeiten sich tief in die Geografie, Kultur, Wirtschaft und Politik „ihres“ Landes ein. Gleichzeitig recherchieren sie zu realen globalen Themen der aktuellen UN-Agenda, wie etwa Klimawandel, Kinderarbeit, Abrüstung oder sauberes Trinkwasser. Sie verfassen ein Positionspapier, das die offizielle Haltung „ihres“ Landes zusammenfasst.
Die Konferenz in Rom
Die Konferenz mit Hunderten Jugendlicher aus aller Welt findet in einem grossen Tagungshotel in Rom statt. Dessen riesiger Konferenzbereich verwandelt sich in ein „Mini-UN-Hauptquartier“. Die Jugendlichen arbeiten in den verschiedenen UN-Ausschüssen (z. B. UNICEF, Generalversammlung oder UNHCR). Hier halten sie Eröffnungsreden, debattieren und ringen um gemeinsame Lösungen.
Das Highlight: Abstimmen im grossen Konferenzsaal
Das absolute Highlight jeder Rom-Konferenz ist der Abschluss: Bei der abschliessenden Plenarsitzung im grossen Konferenzsaal tragen die gewählten Vertreter der Ausschüsse ihre Resolutionen vor. Anschliessend stimmen die MMUN-Delegierten darüber ab. Diese Dokumente werden im Anschluss offiziell an das UN-Sekretariat übergeben.

Warum ist MMUN so wertvoll?
MMUN nimmt junge Menschen ernst und gibt ihnen eine Stimme. Die Jugendlichen erwerben dabei Schlüsselkompetenzen für das 21. Jahrhundert:
- Globale Gemeinschaft — Sie entwickeln ein tiefes Verständnis für komplexe, weltweite Zusammenhänge und die Nachhaltigkeitsziele der UN.
- Sprach- und Verhandlungskompetenz — Da die Konferenzen fast ausschliesslich auf Englisch stattfinden, verbessern die Teilnehmenden ihre Sprachkenntnisse rasant und lernen, präzise und respektvoll zu argumentieren.
- Selbstbewusstsein — Vor Hunderten von Menschen auf einer grossen Bühne zu sprechen, lässt die Jugendlichen über sich selbst hinauswachsen.
MMUN ist weit mehr als ein Rollenspiel. Es inspiriert die nächste Generation, global zu denken und empathisch zu handeln, und gibt ihnen ein tiefes Verständnis von Demokratie.